es lebe der sport: über do's und don'ts in der trainingsplanung

Josef Grundbichler - Salzburg Trailrunning Festival Team

Ab sofort findet ihr hier regelmäßig persönliche Beiträge zu aktuellen Themen rund um Training und Wettkämpfe – verfasst von unserem Salzburg Trailrunning Festival Running Team. Lasst euch inspirieren, entdeckt neue Wettkämpfe oder holt euch frische Motivation für euer eigenes Training.

Dieses Monat berichtet unser Multiathlet Kuli über seine Erfahrungen zum Thema Trainingssteuerung und gibt ein paar grundlegende Tipps. Trotz aller Seriosität beim Training ist ihm aber ein Punkt immer besonders wichtig:

„Gesund bleiben und Spaß haben.“ 

 

 

Hi, ich bin Josef

Die Vorbereitung hat eigentlich gut begonnen. Motivation war da, der Plan stand, die ersten Wochen liefen rund. Man kommt in einen Rhythmus, fühlt sich stabil, hat das Gefühl: Das wird gut. Und dann – wie so oft –läuft nicht alles nach Plan.

Kein großer Einbruch. Keine Verletzung. Sondern viele kleine Dinge.

Ein paar Einheiten ausgelassen. Ein paar Wochen nicht ganz so konsequent. Hier und da ein bisschen Rückstand. Nichts, was komplett aus dem Ruder läuft. Aber genug, dass sich dieses sichere Gefühl langsam verändert. Der Wettkampf kommt trotzdem.

Und irgendwann steht man an der Startlinie und weiß eigentlich schon: Das wird heute nicht mein Rennen.

Genau so war es bei mir. Kein kompletter Einbruch. Aber auch kein Lauf, bei dem man ins Ziel kommt und sich denkt: Genau dafür habe ich trainiert. Und genau hier wird es spannend. Nicht im Rennen selbst – sondern danach. Denn egal, ob es gut gelaufen ist oder nicht: Nach einem Marathon stehen viele vor der gleichen Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Was ich aus dieser Phase mitgenommen habe - und was dir helfen kann:

  • Akzeptiere den Tag, wie er war!

Nicht jedes Rennen wird gut. Das gehört dazu. Wichtig ist, das Ergebnis nicht schönzureden, aber auch nicht größer zu machen, als es ist. Es ist ein Rennen – nicht mehr und nicht weniger.auch nicht größer zu machen, als es ist. Es ist ein Rennen – nicht mehr und nicht weniger.

  • Schau auf das Gesamtbild, nicht auf einzelne Einheiten

Eine Vorbereitung scheitert selten an einem schlechten Lauf. Meist sind es viele kleine Abweichungen. Genau deshalb bringt es wenig, einzelne Dinge zu zerdenken. Wichtiger ist: War dein Training insgesamt konstant und realistisch?

  • Geh bewusst raus aus dem „Alles-oder-nichts“-Denken

Viele reagieren nach so einem Rennen extrem: entweder sofort neuer Plan – oder komplette Pause. Beides ist selten ideal. Besser: ein Mittelweg. Locker weiterlaufen, ohne Druck.

  • Bleib in Bewegung – aber entspannt

Dein Körper braucht Regeneration, aber keine komplette Inaktivität. Kurze, lockere Einheiten helfen dir, wieder ein Gefühl für den Rhythmus zu bekommen – ohne neuen Stress aufzubauen.

  • Nutze die Kraft von gemeinsamen Einheiten

Gerade nach einem durchwachsenen Rennen fällt es oft schwer, alleine wieder in den Rhythmus zu kommen. Genau hier kann es helfen, bewusst in der Gruppe zu laufen oder sich mit anderen zu verabreden.
Gemeinsame Einheiten nehmen Druck raus, bringen neue Motivation und erinnern daran, dass Laufen mehr ist als nur ein Trainingsplan.

  • Gib dir Zeit, bevor du das nächste Ziel setzt

Du musst nicht sofort wissen, was als Nächstes kommt. Oft entsteht Motivation genau dann wieder, wenn man sie nicht erzwingt.

  • Erinnere dich, warum du läufst

Es sind selten die perfekten Einheiten, die bleiben. Es sind die Momente draußen. Die Gespräche unterwegs. Die Bewegung. Das Gefühl, einfach unterwegs zu sein.

Und genau dort beginnt oft etwas Neues.

Wenn die Tage länger werden, die Temperaturen steigen und der Schnee langsam aus den Bergen verschwindet, verändert sich auch die Perspektive. Aus Straßenkilometern werden wieder Höhenmeter. Aus gleichmäßigen Läufen werden wieder abwechslungsreiche Einheiten im Gelände.
Vielleicht ist genau das der richtige Zeitpunkt, um den Fokus neu zu setzen.
Nicht als „nächstes großes Ziel“ – sondern als neue Motivation.
Ein möglicher Schritt: ein Wettkampf im Herbst. Zum Beispiel beim Salzburg Trailrunning Festival Ende Oktober. Unterschiedliche Distanzen, neue Reize und vor allem die Chance, wieder mit frischer Energie an den Start zu gehen.

Vielleicht nicht perfekt vorbereitet. Aber mit mehr Erfahrung. Und vielleicht auch gemeinsam – im Training und am Start.

Denn am Ende geht es nicht darum, ob ein einzelnes Rennen gut oder schlecht war.
Es geht darum, wieder aufzustehen. Weiterzumachen. Und dranzubleiben. Schritt für Schritt. Und vielleicht sieht man sich ja im Herbst am Start.

LG euer Josef